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Ähnlich wie der Baum die obere und untere Etage optisch miteinander verbindet, ist auch die kanzelartige Galerie zwischen den beiden Kaminen ein wichtiges Element. Sie ragt wie eine spitze Skulptur mit abgestumpften Ecken in den Wohnraum zwischen Lagerfeuer und Kachelofen hinein und steht den Bewohnern als Balkon und Aussichtsplattform zur Verfügung. Die gesamte Galerie ist ein vielgenutzter Wohnbereich, denn hier befinden sich, neben den zwei Kinderzimmern und einem besonderen Kinderbad, ein Arbeitsplatz, der Fernsehapparat und vor allem eine Spielecke der Kinder. Da der Bebauungsplan nur einen sehr niedrigen Kniestock von 35 Zentimetern erlaubte, sind die einzelnen Ebenen der oberen Etage zueinander versetzt. Auf der Kanzel steht eine Le-Corbusier-Liege, die zum Verweilen einlädt. Daß dieser Platz eine besondere Bedeutung hat, wird durch die zwei darüber angeordneten Atelierfenster noch unterstrichen.
Denn das Licht von oben steigert nicht nur die Wirkung, sondern beeinflußt auch das persönliche Empfinden: Von der Liege aus können Sterne und Mond, Wolken und Sonne oder vorbeiziehende Schwane beobachtet werden. Auf diese Weise bleibt die Natur nicht mehr nur draußen vor der Tür, sondern wird unmittelbarer Teil der geschützten Wohnwelt. Daß der Bauherr eine Vorliebe für Winkel hat, ist überall im Haus zu spüren. Allerdings haben die „Ecken und Kanten" auch einen besonderen Effekt, denn durch sie entsteht ein abwechslungsreiches Spiel von Licht und Schatten. Ein deutlicher Beweis dafür sind auch die Möbel. Ähnlich wie das Haus sind auch sie eigenständige Objekte. Es sind Solitäre, die sich aber nicht durch ihre Gestaltung in den Vordergrund drängen sollen. Um das zu erreichen, beauftragte der Bauherr einen Schreiner, der die einzelnen Gegenstände entwarf. Bemerkenswert dabei ist die Tatsache, daß viele der Möbel erst im Lauf der Zeit hinzukamen: Während die Familie bereits im Haus wohnte, nahm sie ihre neuen Lebensgewohnheiten unter die Lupe und präzisierte daraus ihre wirklichen Bedürfnisse. Denn durch einen Umzug und ein neues Zuhause ändern sich auch die alltäglichen Vorlieben. Um eine warme, aber keineswegs heimelige Atmosphäre zu schaffen, erzeugte der Architekt mit den gewählten Materialien farbige Kontraste in den Innenräumen: So bestehen die Möbel zum größten Teil aus Kirschholz, während die Wände überwiegend weiß sind. Sie sind verputzt, aber nicht tapeziert. Der Boden wirkt durch den Marmor nicht nur natürlich, sondern unterstreicht auch ganz kräftig den speziellen Kontrast zwischen kalt und warm. Diese Effekte und die Architektur beeinflussen natürlich auch das Miteinander der Familie im Haus. Durch die verschiedenen Details - die Elemente, die Lichtführung, den Bezug zur Natur und die Materialien - entsteht eine Atmosphäre, die sich positiv im Alltag auswirken soll. Der Architekt erklärt es so: Ein Haus ist mehr als eine reine Schutzhülle, und es stellt den Lebensstil der jeweiligen Bewohner nach außen, aber vor allem auch nach innen dar. Das Innenleben ist entscheidend, denn die Architektur wirkt sich unterschwellig auf das Wohlbefinden aus. Darüber hinaus regt sie den Geist an - ähnlich wie ein Bild, ein Stück Musik oder jedes andere Kunstwerk.
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